Gespräche bei Konflikten

Sprech-Regeln bei Konfliktgesprächen

1. Erzählen Sie von sich: Sprechen Sie in der Ich-Form und vermeiden Sie Du-Botschaften: «Es verletzt mich, wenn …» anstatt «Du verletzt mich, wenn …», «Ich habe gehört, dass …» anstatt «Du hast gesagt, dass …» , «Ich empfinde es als schwierig, wenn Du so laut wirst…» anstatt «Du hast mich angeschrien…» , «Mich macht es wütend, wenn Du mich so bewertest, …» anstatt «Du machst mich immer runter…». Vermeiden Sie Anklagen, Vorwürfe und negative Kommuni-kationsmuster (vgl. Infoblatt «negative Kommunikationsmuster»).

2. Seien Sie konkret. Sprechen Sie von konkreten Situationen oder Anlässen. Erklären Sie, was konkret Sie in einer bestimmten Situation gestört hat. Vermeiden Sie unnötige Details. Reden Sie nicht über das was länger zurück liegt, sprechen Sie über das, was Sie im Hier und Jetzt wahrnehmen. Versuchen Sie neutral zu beschreiben, was das Beobachtete bei Ihnen auslöst. Sprechen Sie über das konkrete Verhalten, das Sie stört. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie «immer» oder «nie». Legen Sie ihre/n Partner/in nicht auf ein «typisches» Verhalten fest, sondern geben Sie ihr/ihm eine Chance zu Veränderung. 

3. Sprechen Sie über Gefühle. Versuchen Sie, sich emotional zu öffnen. Formulieren Sie, was in Ihnen vorgeht. Teilen Sie mit, was das Verhalten des Partners oder Partnerin bei Ihnen auslöst. Unterscheiden Sie zwischen äusserem Auslöser und ihrem inneren Reagieren darauf. Die Ursache von starken emotionalen Reaktionen liegt nicht im Aussen, sondern in uns selbst – in unseren unerfüllten Bedürfnissen. Äussern Sie Ihre Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse direkt. 

 

Zuhör-Regeln bei Konfliktgesprächen

1. Aktives Zuhören. Hören Sie aktiv und verständnisvoll zu (nicken, mmh…). Zeigen Sie Ihr Interesse durch kurze Einwürfe oder Fragen. Sehen Sie den Partner an und zeigen Sie Verständnis. Wenden Sie sich dem Partner ganz zu und machen Sie nichts anderes.

2. In eigenen Worten wiederholen. Wiederholen Sie in eigenen Worten, was der Partner gesagt hat. Geben Sie ihm eine Rückmeldung und vergewissern Sie sich, ob Sie ihn richtig verstanden haben.

3. Stellen Sie offene Fragen. Haben Sie im Verlauf eines Gesprächs den Eindruck, dass Ihr/e Partner/in seine Gefühle oder Bedürfnisse nur indirekt äussert, dann fragen Sie gezielt nach. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was wer fühlt und empfindet, dann fragen sie nach. Vermeiden Sie geschlossene Fragen, auf die er mit Ja oder Nein antworten kann.