Gespräche über Bedürfnisse

Lernen Bedürfnisse auszudrücken

Einen raschen Weg zur Klärung von unterschiedlichen Bedürfnissen bietet die Gewaltfreie Kommunikation (GFK). Die vier-Schritte Methode der GFK hilft sehr rasch Konflikte zu lösen, in dem Klarheit geschaffen wird über unterschiedliche Bedürfnisse. Immer wenn wir emotional werden, können wir davon ausgehen, dass irgendein Bedürfnis nicht erfüllt ist. Meistens gehen wir davon aus, dass wir emotional werden, wegen einem bestimmten Verhalten des/der Partner/in. Aber das stimmt nicht. Unser/e Partner/in ist bloss der Auslöser für unsere emotionale Reaktion. Die Ursache dafür, dass wir auf bestimmte Weise mit unseren Gefühlen reagieren, liegt immer in uns - nämlich in einem unerfüllten Bedürfnis. Oft lassen sich Konflikte einfach lösen, in dem wir klar und konkret um das bitten, was wir geraden brauchen, weil wir wissen was wir fühlen. 

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Unterschiedliche Bedürfnisse zwischen Partnern

Die häufigste Ursache für Konflikte zwischen Paaren sind unterschiedliche, unausgesproche oder unklare Bedürfnisse. Die folgende Gegenüberstellung gibt einen Überblick auf die häufigste Verteilung von unterschiedlichen Bedürfnissen zwischen Partner/innen.

Bedürfnisse von Partnerinnen Bedürfnisse von Partnern
   
- gute Gespräche, Offenheit und Wertschätzung - gute Gespräche, Wertschätzung ohne Vorwürfe
- mehr emotionale Nähe zum Partner - mehr Freiraum in der Beziehung
- mehr Gefühle u. Gedanken des Partners erfahren - mehr Verständnis von der Partnerin
- Zärtlichkeit und Geborgenheit - ein häufigeres und besseres Sexuallaben
- sich mehr anlehnen können - mehr Wertschätzung für geleistete Arbeit
- mehr Zeit und Initiative für die Beziehung - mehr Zeit für Freunde und Sport

Diese Gegenüberstellung ist eine Verallgemeinerung. Es kann auch umgekehrt sein. Auch in homosexuellen Paaren gibt es ähnliche Rollenverteilungen.

Die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation

1) Wahrnehmung: Wenn ich höre oder sehe, wie ...  
2) Gefühle: dann löst das bei mir das Gefühl aus ...  
3) Bedürfnisse: weil mir wichtig ist, ...  
4) Bitten: deshalb bitte ich dich ... ?  
     
     
Partner/in 1 Partner/in 2  
     
Ehrlich ausdrücken, wie es für mich ist Mitfühlend aufnehmen und wiederholen,  
ohne zu beschuldigen oder zu kritisieren. ohne zu beschuldigen oder zu kritisieren.  
     
1) Wenn ich wahrnehme, wie ...  1) Wenn du wahrnimmst, wie ...  
     
was ich sehe oder höre,   was du siehst oder hörst,  
was ich mir vorstelle, an was ich mich  was du dir vorstellst, an was du dich  
erinnere, frei von meinen Bewertungen. erinnerst frei von deinen Bewertungen.  
(Wahrnehmung statt Bewertung) ( Wiederholung statt Interpreatation)  
     
2) dann löst das bei mir das Gefühl aus ... 2) dann löst das bei dir das Gefühl aus ...  
     
Wie ich mich fühle in Bezug zu dem wie du dich fühlst in Bezug auf das,  
was ich wahrnehme was du wahrnimmst.  
(Emotionen, Empfindungen statt Gedanken) (Mitgefühl statt Gegenreaktion)  
     
3) weil mir wichtig ist, ... 3) weil dir wichtig ist, ...  
     
Was ich brauche, möchte oder schätze Was du brauchst, möchtest oder schätzt  
in Bezug auf die ausgelösten Gefühle. in Bezug auf die ausgelösten Gefühle.  
(Bedürfnis statt Anklage) (Verständnis statt Ignorieren)  
     
4) deshalb bitte ich dich ...? 3) deshalb bittest du mich ...  
     
Die konkrete Handlung, die konkrete Handlung  
die ich mir wünsche, die du dir wünschst,  
dass du sie machst ... dass ich sie mache ...  
(Bitte statt Forderung) (Aufnehmen statt Ablehnen)  

 

Die konkrete Bitte kann abgelehnt werden - am besten mit dem vierer-Schritt:
Wenn ich deine Bitte höre ... dann löst das bei mir das Gefühl aus, dass ... und weil mir wichtig ist ... deshalb bitte ich dich, folgenden Vorschlag anzunehmen...

Dann tauschen die Partnerinnen die Rollen.