Gespräche über Gefühle


Gefühle erkunden - verständnisvoll zuhören

Wenn Paare regelmässig über Gefühle austaschen, dann nährt und vertieft das die Paarbeziehung auf unerhoffte Weise.

Idealerweise nehmen Paare sich zwei bis drei Mal pro Woche Zeit für den Austausch über Gefühle. Zum Üben nehmen Sie sich mindestens dreissig Minuten Zeit dafür. Teilen Sie die Zeit auf. Beiden haben dann ein Erzählfenster von fünfzehn Minuten. Zu Beginn empfehle ich die 3-Schritte-Methode zur Erkundung von Gefühlen:

1. Partner/in A. erzählt Partner/in B. hört zu (5')
   
Sie erzählen etwas, was Sie besonders Sie hören aufmerksam zu, was
berührt oder bewegt hat. Sie erkunden ihr/e Partner/in erzählt. Versuchen
was sie gerade jetzt noch spüren oder Sie nicht zu kommentieren, was Sie
empfinden. Spüren sie den Gefühlen hören, sondern konzentriere Sie sich 
nach, die in Ihnen aktiv sind. darauf wiedergeben zu können, 
  was Sie gerade hören.
   
2. Partner/in A. hört zu Partner/in B. wiederholt das Gehörte (5')
   
Hören Sie aufmerksam zu, wie Ihr/e Versuchen Sie wiederzugeben, Satz
Partner/in wiedergibt, was Sie er- für Satz, was Sie gehört haben. So nahe
zählt haben. Korrigieren Sie sie  wie möglich, an dem, was Sie gehört
oder ihn, wenn Sie sich nicht haben, so frei wie nötig, damit sie ohne
verstanden fühlen. Stress das Gehörte wiedergeben können.
   
3. A. tauscht über das Gehörte aus B. tauscht über das das Gehörte aus (5')
   
Knüpfen Sie an das Gehörte an. Hören Sie nochmals aufmerksam
Benennen Sie, was Ihnen durch zu. Unterstützen Sie ihr/e Partner/in
das Wiederholen noch klarer ge- das Gefühl einzuordnen. Stellen
worden ist. Versuchen Sie Ihre Sie Fragen. Bitte Sie ihre/n Partner/in
Gefühle einzuordnen. Versuchen zu bennen, welches Bedürfnis hinter
Sie zu benennen, welches Bedürf- dem erkundeten Gefühl steht.
niss hinter ihrem Gefühl steht.  

Gefühlen nachzuspüren und sie zum Ausdruck zu bringen, fördert gegenseitiges Verständnis und schafft Inimität. Wählen Sie bewusst zu Beginn auch positive Gefühle, die Sie erkunden, das macht es einfacher.

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Wie gesagt, der gemeinsame Austausch über Gefühle ist für Paare sehr nährend. Oft aber gelingt das nicht ohne anfängliche Unterstützung. Männer haben die Tendenz Gefühle als Frauensache zu sehen. Die männliche Sozialisation führt dazu, dass Männer die Äusserung von Gefühlen häufig als Schwäche verstehen. Die Gesellschaft suggeriert Männern in Vielem, dass starke Männer ihre Gefühle beherrschen und für sich behalten sorgen. Das Gegenteil ist wahr: innere Stärke beweist, wer seine Gefühle zulassen und zeigen und damit im Kontakt bleiben kann.

Frauen können häufig besser über Ihre Gefühle sprechen und tun dies auch öfter als Männer. Trotzdem findet von beiden Seiten her oft keine vertiefter Gefühlsaustausch statt. Denn tiefere Gefühle überfordern die Partner oft. Das betrifft auch Frauen. Eine tiefere, gemeinsame Gefühlserkundung will gelernt sein. Sie ermöglicht, sich selbst und den oder die Partner/in besser, tiefer und neu kennenzulernen. Der regelmässige Austausch über Gefühle sorgt für Lebendigkeit in jeder Partnerschaft.

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