Lebendige Erotik

 

Wir alle wünschen uns eine lebendige Intimität und Erotik. In jeder längeren Partnerschaft stimmt es damit immer wieder mal nicht mehr. Dann ist es hilfreich, sich bewusst auf den Weg zu machen dafür. Die vier Schlüssel für dauerhaft lebendige Intimität und Erotik sind: Zeit, Entspannung, Gefühlskontakt, spielerische Präsenz.

  • Sich Zeit nehmen ». Es braucht genügend Raum und Zeit, um den Alltag hinter sich zu lassen und zu sich und zusammen in die Nähe zu kommen.
  • Sich entspannen ». Sorgt zusammen für eine entspannte Atmosphäre und entspanne Dich sich immer wieder neu. Geniesse ganz bewusst, was Du im Moment gerade in deinem Körper wahrnimmst.
  • Gefühle teilen ». Lasst Sie Ihre Emotionen und Gefühle im Hier und Jetzt zu und teilen Sie sich damit mit. Tauschen Sie aus - vor, während und nach dem Sex.
  • Spielerisch präsent sein ». Schaffe Raum für das intime Zusammensein und sei spielerisch präsent – lasse es fliessen in der Erotik, aus dem Körper heraus, improvisiere bewusst, um immer wieder magische Moment zu erleben.

Das klingt alles einfacher als es ist. Immer wieder brauchen Paare Impulse von aussen, um auf diesen Weg zu finden und darauf zu blieben.

Hinweise und Übungen

Schlüssel 1: Sich Zeit nehmen

Nimm Dir genug Zeit mit Dir selbst. Dafür brauchst Du Raum für Dich. Nimm Dir genug Zeit mit deiner Partnerin. Schafft Euch Raum für Euch als Paar – Zeit für Liebe. Eigentlich ist es einfach - aber viele Männer unterschätzen diesen Punkt stark. Ihre Priorität ist im Berufsleben - nicht in der Beziehung, nicht bei sich und nicht bei der Partnerin. Eine gute Beziehung braucht aber Zeit. Eine gute Beziehung mit gutem Sex bracht doppelt so viel Zeit. Manche Paare verstehen das erst, wenn man Ihnen die Zahlen vor Augen hält. Also: wenn Deine Beziehung nicht gut ist, dann investiere einen halben Tag pro Woche damit sie besser wird. Wenn Du eine gute Beziehung mit gutem Sex möchtest, dann investiere einen ganzen Tag. Das heisst zwanzig Stellenprozente.

Bist Du bereit, auf zwanzig Stellenprozente zu verzichten für deine Beziehung und für dein Sexualleben? Daran scheiden sich die Geister. Für eine schöne sexuelle Begegnung mit deiner Partnerin oder deinem Partner brauchst Du einfach regelmässig zwei bis drei Stunden unbelastete Zeit. Und wenn Du über längere Zeit tolle Erotik haben willst, dann nimm Dir einen weiteren halben Tag raus. Für Eltern ist es besonders wichtig, dass sie ihre Paarzeit schützen und sich Baby-Sitter und Weekends organisieren für ihr entspanntes Zusammensein. Wenn Du findest, dass ich nicht ganz bei Trost bin, dann bleib in deinem Hamsterrad. Wenn es funktioniert, dann erzähle mir davon.

Schlüssel 2: Sich entspannen

Entspannung ermöglicht, dass du ganz bewusst geniessen kannst, was Du im Moment gerade im Körper wahrnimmst. Das ist für Männer eine besondere Herausforderung. Sie haben gerne Ziele, auch beim Sex. Welcher Mann kennt das schon nicht: auf den Orgasmus hinarbeiten. Aber was fehlt dabei, ist die Entspannung in den Moment. Die Energie kann nicht fliessen und es kann keine Magie entstehen. Das geht nur, wenn Du ganz eintauchen kannst in ein Streicheln, das Du gibst oder erhälst. Dann beginnt die Energie zu fliessen und trägt Dich weiter zu dem was diese beiden Körper sich am meisten wünschen. Beim Sex ist das einfach so: die Körper wissen am besten, was sie möchten und was sie brauchen. Wenn Du ganz aufmerksam darauf achtest, was in deinem Körper passiert, dann gehen im Sex neue Türen auf.

Entspannung ist das A und O für guten Sex. Für regelmässige, tolle Erotik braucht es genügend Zeit, damit ihr Euch beide entspannt begegnen könnt. Entspannung beginnt damit, dass Ihr zusammen den Alltag hinter euch lassen könnt und der Raum frei wird für eine ausser-ordentliche Begegnung. Dafür braucht es lebendige Rituale, die zu keiner Routine werden. Entspannung beginnt mit Annäherung, Streicheln, Zärtlichkeiten, einer Massage, einem guten Gespräch oder einem gemeinsamen Essen. Jedes Paar braucht seine eigenen Rituale - und wenn nicht, dann ist es höchste Zeit dafür.

Schlüssel 3: Gefühle teilen

Gefühle zulassen und mitteilen. Das ist für viele Frauen und Männer schwierig - aber besonders für Männer. Gefühle zuzulassen in der Beziehung ist schon schwierig genug, darüber reden, während dem Sex, ist hohe Schule. Aber ohne geht es nicht, es entsteht keine wirkliche Intimität. Schöne Erotik steht und fällt mit dem Austausch vor, während und nach dem Sex. Das grosse Geheimnis ist: oft ist es gerade der schöne Austausch, der Intimität schafft und den Weg frei macht für liebevolle Berührungen oder schönen Sex. Dafür aber müssen Männer lernen, Ihre Fixierung auf den Geschlechtsverkehr aufzugeben. Liebe-volle Intimität und wunderbare erotische Momente entstehen oft auch ohne den  oft unbewusst angepeilten Geschlechtsverkehr. Das Allerwichtigste aber ist, dass Du deine erotischen Bedürfnisse ausdrücken kannst, dann wenn sie auftauchen: bitte schau mir in die Augen, bitte streichle mich dort und dort, jetzt würde ich gerne in diese Position gehen, ich würde gerne mal etwas Neues ausprobieren... dann entstehen magische Momente.

Schüssel 4: Spielerisch präsent sein

Präsenz will gelernt sein. Sie braucht Übung und viel Arbeit an sich selbst. Spielerische Präsenz braucht noch einen eigenen Raum. Der Raum für die gelungene Improvisation entsteht erst mit dem bewusst gestalteten Rahmen dafür. Paare, die bewusst üben, erweitern ihre Präsenz und ihr Repertoire. Das fängt schon mit dem Körper an. Je besser die Beckenboden-Muskeln trainiert sind und wir unsere Aufmerksamkeit dort halten können, desto besser wird das Sexleben. Für Frauen und Männer. Das ist erwiesen. Ebenso erwiesen ist, wie sehr Entspannung die Erotik vertieft. Viele Frauen und Männer entdecken das erst in der zweiten Lebenshälfte. Alles beginnt mit der Achtsamkeit. Wie bei aller Musik ist das Wichtigste der Atem. Das bewusste Atmen beim Berühren, beim Streicheln und dann im Sex kann sehr viel verändern. Das nächste sind die Augen: je mehr Du mit deiner Partnerin im Augenkontakt sein kannst, desto tiefer wird das erotische Erleben. Die Liebes-Kunst ist eine Form von Kreativität, in der Präsenz in der Beziehung am meisten gefragt ist. Spielerische Präsenz ist der grosse Schlüssel für ein lebendige Erotik.