Was Konflikte eskalieren lässt

Der amerikanische Paarforscher John M. Gottmann fand heraus, dass glückliche Paare lieber in guter Stimmung nach Lösungen suchen anstatt in schlechter Stimmung über Probleme zu streiten.

Und, was besonders wichtig ist, diese Paare vermeiden die vier häufigen, destruktivsten Reflexe: 
Vorwürfe, Rechtfertigungen, Verachtung oder Gesprächsverweigerung. 

Gemäss Katharina Klees, Autorin von "Traumasensible Paartherapie" (2018, s. 83), streiten sich besonders Paare mit traumatischen Belastungen besonders heftig. Für diese Paare ist es sehr hilfreich, zu Beginn der Beratung die vier destruktivsten Reflexe kennenzulernen. Wenn sie hier sensibilisiert werden, gelingt es ihnen immer wieder, auf Angriff, Verachtung, Rechtfertigung und Gesprächsverweigerung zu verzichten.

Hier die vier destrukivsten Reflexe, Gottmann nennt sie die vier "apokalyptischen Reiter":

Vorwürfe
Der oder die Partnerin zielt nicht auf das Verhalten, sondern auf die Person und ihren Charakter und will Schuld zuweisen und verurteilen. Der Klassiker ist "Du bist Schuld". 

Verachtung
Dazu zählen vor allem nonverbale Gesten und Untertöne, wie bissiger Spott, Augenrollen, Auslachen, Hohn, Grinsen, abschätziges Kopfschütteln und jeder mimische Ausdruck negativer Gedanken. Die Person drückt aus, dass es ungelöste Probleme gibt, die sich in Wut, Drohungen, Provokationen und Streitsucht äussern.

Rechtfertigung
Hiermit versucht der eine Partner dem anderen die Schuld wieder zurückzuschieben. Rechtgertigungen lassen den Konflitkt eskalieren, da dem anderen nachgewiesen werden soll, wie dumm und ungerechtfertigt die Kritik ist.

Gesprächsverweigerung
Hier trägt der eine Partner eine offene Gleichgültigkeit zur Schau. Er schweigt, verlässt einfach das Zimmer, zeigt keine Gesten des Zuhörens oder wirkt wie eine reglose Wand. Das löst oft massive Reaktionen aus.

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