Männer und Väter in der Psychotherapie

Buchbesprechungen

Männerwelten. Männer in Psychotherapie und Beratung Claudia Christ, Ferdinand Mitterlehner, Schattauer, Verlag für Medizin und Naturwissenschaft 2013, 238 Seiten, ISBN 9789-3-7945-2909-4

Väter in der Psychotherapie. Der Dritte im Bunde? Heinz Walter, Helmwart Hierdeis Schattauer, Verlag für Medizin und Naturwissenschaft 2013, 259 Seiten, ISBN-978-3-7945-2819-6

Bücher über Männer in Psychotherapie und Beratung sind ein Seltenheit. Fachbücher über Väter in der Psychotherapie sind eine absolute Rarität. Sie sind ein Spiegel der Tatsache, dass die Psychotherapie-Szene den spezifischen psychischen Problemen von Männer und Vätern erst seit kurzer Zeit Aufmerksamkeit schenkt. Die zwei Bücher aus dem Schattauer-Verlag versuchen auf exemplarische Weise diese Leerstelle auszufüllen. 

Männerwelten – angenehm leserlich geschrieben von der Ärztin Claudia Christ und dem Psychologen Ferdinand Mitterlehner – ist ein spannendes Nachschlagewerk und ein praktikabler Leitfaden für Laien und Fachleute, die sich für das Thema Männer in der Psychotherapie und Beratung interessieren. Die Autoren schlagen einen grossen Themen-Bogen, stellen gut recherchierte Infos zur Verfügung und haben sehr viel Fachliteratur verarbeitet. Das hat zur Folge, dass die einzelnen Themen wenig vertieft werden und nur schlaglichtartig beleuchtet werden. Es ist als ein Einsteiger-Buch konzipiert und gibt einen fachkundigen Überblick. Auch ich als Männer-Spezialist in Sachen Therapie und Coaching habe gerade dadurch noch dazulernen können.

Väter in der Psychotherapie – Der Dritte im Bunde? – verfasst von Heinz Walter und Helmwart Hierdeis – ist durch seine akademische Sprache eindeutig ein Fachbuch für Psychotherapeuten und interessierte Akademiker. Für mich als psychotherapeutischen Fachmann füllt es eine grosse Lücke aus und gibt mir ein inspirierendes und praxisrelevantes Fachbuch für die Arbeit mit Vätern und Vaterthemen in die Hand.  Das Buch umfasst Beiträge von deutschsprachigen PsychotherapeutInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehrheitlich handelt es sich um psychoanalytische Beiträge, aber die Autoren haben sorgfältig darauf geachtet auch system- und körperpsychotherapeutische, kinder- und jugendpsychologische sowie gruppentherapeutische Vertreter zu berücksichtigen. Besonders wertvoll ist die Einleitung der Herausgeber, in der die Beiträge in den Kontext der Väterforschung gestellt und in den soziologischen und psychotherapeutischen Diskurs gestellt werden – mit Abstracts der Beiträge. Für Fachleute eine Muss.

Dieser Artikel wurde 2013 in der Männer-Zeitung publiziert.