Wir müssen uns verändern (D.H.Lawrence)

Wir verändern uns - müssen uns verändern.
Dagegen können wir genauso wenig tun
wie die Blätter, wenn sie im Herbst
gelb werden und
abfallen.

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen (Rainer Maria Rilke)

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn. 

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Unsere tiefste Angst (Nelson Mandela)

Unsere tiefste Angst ist es nicht,
ungenügend zu sein. 

Unsere tiefste Angst ist es,
dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, 
das wir am meisten fürchten 

Wir fragen uns, wer bin ich denn,
um von mir zu glauben, dass ich brillant, 
großartig, begabt und einzigartig bin? 
Aber genau darum geht es,
warum solltest Du es nicht sein? 

Du bist ein Kind Gottes.
Dich klein zu machen nützt der Welt nicht.
Es zeugt nicht von Erleuchtung, dich zurückzunehmen,
nur damit sich andere Menschen um dich herum
nicht verunsichert fühlen. 

Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen. 
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes,
die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.
Sie ist nicht in einigen von uns,
sie ist in jedem. 

Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, 
geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, 
das Gleiche zu tun. 

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unser Dasein automatisch die anderen.

Bitte (Hilde Domin)

Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen,
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut.

Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
taugt nicht.

Es taugt die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe.
Dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei,
dass noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden.

Und dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen 
werden.

Was auch immer Du kannst, beginne es (Johann Wolfgang Goethe)

In dem Augenblick,
in dem man sich endgültig
einer Aufgabe verschreibt,
bewegt sich die Vorsehung auch.


Alle möglichen Dinge,
die sonst nie geschehen wären,
geschehen, um einem zu helfen.

Ein ganzer Strom von Ereignissen
wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung,
und er sorgt zu den eigenen Gunsten
für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle,
Begegnungen und materielle Hilfen,
die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.

Was immer Du kannst, beginne es.
Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie.
Beginne jetzt.