Schwitzhütte für Männer

Schwitzhütten im Jahreszyklus

Das Kernritual der Intensiv-Seminare für Männer ist das Schwitzhüttenritual. Es findet an einem wilden Kraftplatz auf einer Waldlichtung statt. Die Schwitzhütte verbindet seine Teilnehmer mit den Urkräften der Natur: den vier Elementen, den Ahnen, den Lebewesen und dem grossen Ganzen.

Die Herkunft des Schwitzhütten-Rituals

Die Schwitzhütte ist ein sehr altes Naturritual. Es wurde in verschiedensten Kulturen praktiziert und ist mindestens viertausend Jahre alt. Es ist und war vor allem in Naturvölkern der Nordhalbkugel verbreitet. in den 1980er-Jahren haben die Lakota-Indianer das Schwitzhüttenritual nach Europa gebracht, um den Europäern zu ermöglichen, in einen tieferen Kontakt mit der belebten Natur zu kommen.

Das Zusammenspiel der Elemente und der Männer

Die Vorbereitung: gemeinsam wird der Schwitzhüttenplatz vorbereitet. Das Ritual beginnt, indem der Holzstapel mit den Steinen entzündet wird. Das kraftvolle Feuer gibt die Energie an die Steine weiter. Nach etwa eineinhalb Stunden sind die glühenden Steine bereit. Die Männer ziehen sich aus und gehen in die Schwitzhütte. Die heissen Steine werden durch den Feuermann in das dunkle Erdloch in der Mitte der Schwitzhütte gelegt. Die Türe geht zu. Wasser wird auf die Steine gegossen. Es zischt, der heisse Dampf macht die Hütte heiss. Die Zeit des Schwitzens und der Zeremonie beginnt. Die Zeremonie durchläuft vier Runden, während denen die Teilnehmer im Rahmen des Rituals ihre Befindlichkeit oder ihre Anliegen in die Runde geben – begleitet von rituellen Chants.

Entspannt und kraftvoll zugleich – geborgen im Kontakt mit sich selber

Die Schwitzhütte ist keine Ausdauerprüfung oder ein Härtetest. Jeder Teilnehmer ist eingeladen seinem Rhythmus zu folgen. Es wird keine Leistung bewertet. Innerhalb der Männergruppe, die sich auf eine Schwitzhütte vorbereitet, wird dafür gesorgt, dass jeder Mann mit sich selber im Kontakt ist. Am Morgen nach der Zeremonie sind die Teilnehmer dazu eingeladen, mitzuteilen, was sie am stärksten berührt hat. Das Ziel ist es, die Erfahrung in den Alltag mitzunehmen.

Loslassen im Männerkreis

Ein wesentliches Ziel einer Schwitzhütte ist die seelisch-körperliche "Reinigung". Ich verwende dafür meistens das Wort "los-lassen", weil damit einfacher nachvollziehbar ist, worum es geht. Gerade Männer tun sich oft schwer mit wahrer Gelassenheit. Sie sind gut darauf trainiert, alles im Griff zu haben. Die Chance dieses Rituals ist es, sich im Kreis der Männer zu entspannen. Das Setting der Schwitzhütte – es ist dunkel und heiss – ermöglicht in Verbindung mit einfachen Methoden (u. a. Stille, Lieder) eine Ekstase der natürlichen Art. 

Der Männerkreis als "Hebamme" und die Schwitzhütte als "Gebärmutter"

Die meisten Männer fühlen sich nach der Schwitzhütte wie "neu geboren". Das intensive Erlebnis der Elemente und die mentale Herausforderung bringen Männer in eine tiefe Entspannung. nach dem Verlassen der Schwitzhütte legen sich die meisten Männer auf den Boden hin. Die Schwitzhütte wird so zur "männlichen Gebärmutter" für den einzelnen Mann. Der Männerkreis fungiert dabei als "Hebamme" für eine neue Erfahrung und hilft, den Blick zu schärfen für den nächsten Schritt in den Alltag. Die Schwitzhütte erlaubt ein tiefes Loslassen und sich Öffnen für Neues.